Panasonic SD-YR2550 oder Unold Backmeister Big: Welcher Brotbackautomat?

Zwei Brotbackautomaten mit demselben Ablauf: Zutaten einfüllen, Programm wählen, Deckel zu, und Stunden später steht ein fertiger Laib in der Form. Der Unterschied liegt darin, wann welche Zutat in den Teig kommt und wie das Gerät auf die Temperatur der Küche reagiert. Der eine wirft Hefe und Nüsse zeitgesteuert aus eigenen Fächern zu, der andere knetet mit zwei Haken und backt bis zu anderthalb Kilogramm am Stück.
Wer erst noch sortiert, welche Klasse überhaupt in Frage kommt, findet den Überblick beim Backautomaten. Hier stehen die beiden Bauarten mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Der Panasonic, wenn mit Zeitvorwahl gebacken wirdeigener Hefespender, timergesteuerter Verteiler für Rosinen und Nüsse, einunddreißig Programme und zwei Temperatursensoren
- Der Unold, wenn der Laib groß sein sollbis 1500 Gramm Brotgewicht, zwei Kneter, drei Bräunungsgrade und ein eigenes Programm zum selbst Einstellen
- Beide backen glutenfrei, der eine mit vier Programmen dafür, der andere mit einem
Die zwei Kandidaten
Panasonic SD-YR2550
Hefe kommt später dazu
Unold 68520 Backmeister Big
Bis anderthalb Kilogramm
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Panasonic SD-YR2550 | Unold 68520 Backmeister Big |
|---|---|---|
| Programme | 31 | 15 |
| Programme glutenfrei | 4 | 1 |
| Maximales Brotgewicht | keine Angabe | 1500 g |
| Wählbare Brotgrößen | 3 | 3 |
| Kneter | keine Angabe | 2, keramisch beschichtet |
| Hefespender | separat | keine Angabe |
| Zutatenverteiler | timergesteuert | keine Angabe |
| Temperatursensoren | 2 | keine Angabe |
| Zeitvorwahl | 13 h | 15 h |
| Warmhalten | keine Angabe | bis 60 min |
| Bräunungsgrade | keine Angabe | 3 |
| Eigenes Programm | manuelles Kneten und Gehen | frei einstellbar |
| Netzausfallsicherung | keine Angabe | ca. 15 min |
| Leistung | keine Angabe | 850 W |
| Weitere Anwendungen | Marmelade, Pizzateig, Nudelteig | Marmelade, Nudelteig, Joghurt |
| Garantie | 2 Jahre | keine Angabe |
| Modell | SD-YR2550 | 68520 |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Modellen. Panasonic nennt weder Leistungsaufnahme noch Anzahl der Kneter oder Bräunungsgrade, Unold weder Temperatursensoren noch eine Garantiedauer; diese Zeilen lassen sich deshalb nicht gegenüberstellen. Die weiter unten gerechneten Werte zu Gärzeit und Scheibenzahl sind allgemeine Größenordnungen aus der Backpraxis und keine Herstellerangaben. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum ein Hefespender bei Zeitvorwahl den Unterschied macht
Die Rechnung mit den dreizehn Stunden
Wer abends um neun einfüllt und morgens um sieben frisches Brot will, stellt zehn Stunden Vorlauf ein. Das eigentliche Programm braucht davon vielleicht drei, die übrigen sieben steht die Mischung nur da.
Liegt die Hefe in dieser Zeit im Wasser, beginnt sie zu arbeiten. Bei zwanzig Grad Küchentemperatur zeigt sich Triebkraft nach etwa einer halben bis einer Stunde, und ein Teig geht in zwei bis drei Stunden durch.
Nach sieben Stunden ist er also mehrfach aufgegangen und wieder zusammengefallen, die Hefe hat ihren Zucker verbraucht, und beim eigentlichen Programm bleibt der Trieb aus.
Praktisch heißt das: Ohne getrennten Hefespender muss man die Hefe in eine Mulde im trockenen Mehl legen, weit weg von Wasser und Salz. Das funktioniert, verlangt aber Sorgfalt bei jedem einzelnen Ansatz.
Was zwei Kneter bringen und was sie kosten
Die Rechnung mit der Backform
Eine Form für anderthalb Kilogramm Brot ist rund dreißig Zentimeter lang. Ein einzelner Kneter erfasst einen Kreis von etwa zwölf bis fünfzehn Zentimetern Durchmesser um seine Achse.
An den Enden einer langen Form bleibt damit Mehl liegen, das nie in den Teig kommt. Zwei Kneter decken die Länge ab, weil jeder seine eigene Hälfte bearbeitet.
Der Preis dafür sind zwei Löcher statt einem im fertigen Laib. Bei einem Brot von fünfzehnhundert Gramm mit rund dreißig Scheiben betrifft das zwei bis vier Scheiben aus der Mitte.
Praktisch heißt das: Für kleine Laibe genügt ein Kneter und hinterlässt weniger Spuren. Für die großen Gewichte braucht es zwei, sonst ist die Krume ungleichmäßig.
Wie groß ein Brot wirklich sein soll
Die Rechnung mit den Scheiben
Ein Kilogramm Brot ergibt bei einem Zentimeter Schnittstärke rund zwanzig Scheiben, anderthalb Kilogramm entsprechend etwa dreißig.
Zwei Personen essen zusammen typischerweise vier bis sechs Scheiben am Tag. Ein Kilo reicht damit drei bis fünf Tage, anderthalb Kilo fünf bis sieben.
Selbst gebackenes Brot ohne Konservierungsstoffe ist nach zwei bis drei Tagen deutlich trockener. Was länger liegt, gehört eingefroren, und zwar am besten gleich am Backtag in Scheiben.
Praktisch heißt das: Das größere Gerät lohnt sich nur mit Gefriertruhe oder ab vier Personen im Haushalt. Sonst backt man lieber zweimal ein kleines Brot als einmal ein großes.
Wofür welcher Automat reicht
Wer den Teig lieber selbst ansetzt und nur den Ofen nutzt, findet die Formen bei den Brotbackformen und, für die Führung im Kühlschrank, bei den Gärkörbchen.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den Panasonic spricht
- Einunddreißig statt fünfzehn Programme
- Vier Programme für glutenfreies Backen
- Getrennter Hefespender
- Timergesteuerter Verteiler für Nüsse und Rosinen
- Zwei Temperatursensoren
- Zwei Jahre Herstellergarantie genannt
Für den Unold spricht
- Bis fünfzehnhundert Gramm Brotgewicht
- Zwei Kneter statt einem
- Fünfzehn Stunden Zeitvorwahl
- Drei Bräunungsgrade
- Warmhalten bis zu einer Stunde
- Netzausfallsicherung für eine Viertelstunde
Beide Geräte teilen dieselbe Eigenart, und sie hat nichts mit der Ausstattung zu tun: Ein Brotbackautomat knetet, lässt gehen und backt im selben Behälter. Der Teig kann also nicht geformt, nicht gefaltet und nicht auf einen heißen Stein gesetzt werden, und deshalb bekommt kein Automatenbrot die Kruste eines Ofenbrots. Wer beides will, nutzt den Automaten für den Teig und schiebt ihn danach in den Ofen. Die Teigprogramme beider Geräte sind genau dafür gedacht und werden am seltensten benutzt.
Wenn keiner von beiden passt
Häufige Fragen zu Brotbackautomaten
Warum geht mein Brot im Automaten nicht auf?
Meistens hat die Hefe zu früh Wasser oder Salz berührt. Salz entzieht der Hefe direkt am Korn Wasser und bremst sie, Wasser weckt sie zu früh. Deshalb kommt bei Geräten ohne Hefespender zuerst die Flüssigkeit hinein, dann Mehl als Deckel und ganz oben in eine Mulde die Hefe, mit dem Salz an einer anderen Ecke.Kann ich Sauerteig im Automaten backen?
Den Teig führen kann man mit ihm nicht, denn Sauerteig braucht zwölf bis vierundzwanzig Stunden bei gleichmäßiger Wärme und einen Ansatz, der gefüttert wird. Verbacken lässt sich fertiger Sauerteig aber gut, indem man ihn wie Hefe behandelt und ein Programm mit langer Gehzeit wählt, oft das Vollkornprogramm.Wie bekomme ich den Kneter aus dem fertigen Brot?
Mit dem Hakenspieß, der bei vielen Geräten beiliegt, und zwar solange das Brot noch warm ist. Wer den Kneter im Brot lässt und erst beim Schneiden bemerkt, riskiert eine beschädigte Antihaftschicht. Manche Backautomaten piepen vor dem Backen, damit man den Kneter vorher entnimmt.Warum ist die Kruste weich statt knusprig?
Weil im geschlossenen Behälter der Dampf nicht entweicht und die Kruste im eigenen Wasser weich bleibt. Ein dunklerer Bräunungsgrad hilft ein wenig, ebenso das sofortige Herausnehmen nach dem Signal statt der Warmhaltefunktion. Wirklich knusprig wird es nur im offenen Ofen.Lohnt sich Backen zu Hause überhaupt noch?
Beim Geschmack und bei der Zutatenliste ja, beim Zeitaufwand hängt es am Gerät. Ein Automat verlangt fünf Minuten Einfüllen, ein Ofenbrot verlangt Falten, Formen und Warten. Wer den Weg über den Ofen gehen will, findet die passenden Formen und Zubehörteile bei den Brotbackformen mit Deckel.Die Entscheidung in einem Satz
Panasonic SD-YR2550 Brotbackautomat mit Hefespender und 31 Programmen
Wer abends einfüllt und morgens fertiges Brot will, nimmt den Panasonic, weil der separate Hefespender genau das Problem löst, an dem Zeitvorwahl sonst scheitert, und weil der Verteiler Nüsse und Rosinen erst nach dem Kneten einwirft statt sie zermahlen zu lassen. Wer dagegen für vier Personen backt oder ohnehin einfriert, ist mit dem Unold besser bedient, dessen fünfzehnhundert Gramm rund dreißig Scheiben ergeben und dessen zwei Kneter die lange Form bis in die Ecken durcharbeiten. Ein Automatenbrot bekommt in beiden Fällen keine Ofenkruste, und wer die will, nutzt nur das Teigprogramm.



