Graef Allesschneider S52200 im Test

Der Graef Allesschneider S52200 ist eine Standgerät-Schneidemaschine mit einem 170 Millimeter großen Edelstahl-Wellenschliffmesser, 170 Watt Leistung und einer Schnittstärke von 0 bis 30 Millimetern. Der Schlitten läuft leichtgängig auf einer Edelstahlauflage, die Schaltung bietet sowohl eine Moment- als auch eine Dauerfunktion. Damit unterscheidet sich das Gerät deutlich von einfachen Kunststoff-Allesschneidern, die meist für gelegentliches, leichtes Schneiden ausgelegt sind.
Die aufschlussreichste Angabe im Datenblatt ist die Schnittstärke von 0 bis 30 Millimetern. Sie entscheidet, ob die Maschine hauchdünnen Schinken genauso zuverlässig schneidet wie ein dickes Stück Brot für ein belegtes Sandwich. Dazu kommt die 30-Grad-Kippfunktion, mit der Schneidgut direkt im mitgelieferten Edelstahltablett aufgefangen wird.
Wellenschliffmesser, Kippfunktion und Kindersicherung prägen den Alltag mit dieser Maschine. Ein Detail fehlt allerdings: ein eigener Restehalter. Das ist kein Ausschlusskriterium, spielt beim Vergleich mit anderen Modellen der Reihe aber eine Rolle.
Die Daten im Überblick
| Modell | Graef Allesschneider S52200 |
|---|---|
| Messer | Ø 170 mm Edelstahl-Wellenschliffmesser |
| Leistung | 230 V ~ 170 W 50 Hz |
| Schnittstärke | 0-30 mm |
| Maße (H x B x T) | 269 x 298 x 402 mm |
| Gewicht | 7,1 kg |
| Material | Vollmetall |
| Bauart | Standfuß |
| Schaltung | Schlittenschaltung (Moment-/Dauerfunktion) |
Werte nach den Angaben von Graef.
0 bis 30 Millimeter Schnittstärke: was das am Küchentisch bedeutet
Eine Schnittstärke von 0 bis 30 Millimetern deckt eine große Bandbreite ab. Am unteren Ende der Skala lässt sich Schinken oder Räucherlachs hauchdünn schneiden, wie man es aus der Feinkosttheke kennt. Am oberen Ende der Skala reicht die Einstellung für dicke Scheiben Brot oder Braten, die man sonst mit dem Messer aus freier Hand schneiden würde. Der Vorteil eines Allesschneiders mit einem so breiten Einstellbereich liegt darin, dass ein einziges Gerät sowohl für die Wurstplatte am Wochenende als auch für das dicke Scheibchen Brot zum Frühstück reicht, ohne dass zwischen unterschiedlichen Geräten gewechselt werden muss.
Das 170 Millimeter große Edelstahl-Wellenschliffmesser ist dabei der zentrale Baustein. Der Wellenschliff sorgt dafür, dass auch Lebensmittel mit fester Kruste, etwa ein rustikales Brot, sauber durchtrennt werden, ohne dass das Messer beim ersten Kontakt mit der Kruste abrutscht. Ein glattes Messer, wie es bei manchen anderen Modellen zum Einsatz kommt, ist für weiche Lebensmittel wie Aufschnitt oft die etwas sauberere Wahl, während der Wellenschliff bei einer breiteren Bandbreite von Lebensmitteln zuverlässiger arbeitet.
Wie sich unterschiedliche Allesschneider in Schnittstärke und Ausstattung vergleichen, zeigt der Überblick der Brotschneidemaschinen im Test. Beim S52200 ist besonders die Kombination aus großer Schnittstärkenspanne und stabiler Standfuß-Bauweise relevant, weil sie das Gerät für eine größere Bandbreite an Lebensmitteln geeignet macht als kompaktere Modelle mit kleinerem Messer.
Die 30-Grad-Kippfunktion: Auffangen statt Balancieren
Bei der 30-Grad-Kippfunktion lässt sich der gesamte Schneideaufbau um 30 Grad neigen, sodass das geschnittene Gut direkt in das mitgelieferte Edelstahltablett rutscht, statt lose auf der Arbeitsfläche zu landen oder mit der freien Hand aufgefangen werden zu müssen. Gerade bei größeren Mengen, etwa wenn für mehrere Personen Aufschnitt vorbereitet wird, spart diese Funktion Zeit und sorgt dafür, dass die Scheiben ordentlich gestapelt im Tablett liegen, statt sich beim Herunterfallen zu verformen.
Doppelte Kindersicherung: zwei unabhängige Schutzmechanismen
Der Hersteller nennt eine doppelte Kindersicherung als Ausstattungsmerkmal. Das bedeutet, dass zwei voneinander unabhängige Mechanismen verhindern sollen, dass die Maschine versehentlich oder von Kindern in Betrieb genommen wird. Für Haushalte mit Kindern in der Küche ist das ein Sicherheitsaspekt, der über die übliche Grundausstattung einfacher Allesschneider hinausgeht, bei denen oft nur ein einzelner Schalter vor unbeabsichtigtem Einschalten schützt.
Kondensatormotor und Schlittenschaltung mit Moment- und Dauerfunktion
Der Kondensatormotor ist laut Hersteller darauf ausgelegt, auch durch harte Krusten mühelos zu schneiden, ohne bei Widerstand deutlich langsamer zu werden. Die Schlittenschaltung bietet zwei Betriebsarten: die Momentfunktion, bei der die Maschine nur läuft, solange der Schalter gehalten wird, und die Dauerfunktion für längere Schneidevorgänge ohne dauerhaften Fingerdruck. Für kurze Schnitte, etwa eine einzelne Scheibe Brot, ist die Momentfunktion die naheliegende Wahl, für größere Mengen am Stück die Dauerfunktion.
Leichtgängiger Schlitten mit Edelstahlauflage: Bedienung und Reinigung
Der Schlitten, auf dem das Schneidgut über das Messer geführt wird, läuft laut Hersteller leichtgängig auf einer Edelstahlauflage. Das macht sich vor allem bei längeren Schneidevorgängen bemerkbar, bei denen der Schlitten wiederholt hin und her bewegt wird, etwa beim Schneiden mehrerer Scheiben hintereinander. Die Edelstahloberfläche lässt sich zudem einfacher reinigen als eine Kunststoffauflage, da Fett- und Saftreste weniger anhaften und sich mit einem feuchten Tuch rückstandsfrei entfernen lassen.
Vollmetallbauweise: Stabilität mit Gewicht als Kehrseite
Die Vollmetallbauweise des S52200 sorgt für einen stabilen Stand während des Schneidens, auch bei festeren Lebensmitteln wie einem knusprigen Brotlaib, bei dem der Schlitten mit spürbarem Widerstand über das Messer geführt wird. Diese Stabilität erkauft die Maschine mit Gewicht: 7,1 Kilogramm sind für ein Küchengerät ordentlich viel, was die Maschine zwar rutschsicher auf der Arbeitsplatte stehen lässt, das Wegräumen zwischen den Einsätzen aber weniger praktisch macht als bei einem leichteren Kunststoffmodell.
Wo der S52200 an Grenzen kommt
Auch ein gut ausgestatteter Allesschneider hat Punkte, die vor dem Kauf bekannt sein sollten, damit die Entscheidung nicht allein an der Kernfunktion des Schneidens hängt.
Dafür
- Schnittstärke von 0 bis 30 mm für dünne bis dicke Scheiben
- 170 Millimeter Edelstahl-Wellenschliffmesser mit Kondensatormotor
- 30-Grad-Kippfunktion mit Auffangen im Edelstahltablett
- Doppelte Kindersicherung
- Leichtgängiger Schlitten mit Edelstahlauflage, gut zu reinigen
Dagegen
- Kein eigener Restehalter im Lieferumfang
- Mit 7,1 Kilogramm und Standfuß-Bauart kein Gerät für ständiges Wegräumen
- Mit 269 mal 298 mal 402 Millimetern ein fester Platz auf der Arbeitsfläche nötig
- Für sehr gelegentliches Schneiden einzelner Scheiben eher überdimensioniert
- Wellenschliffmesser ist für sehr weiche, breiige Lebensmittel weniger geeignet als ein glattes Messer
Der fehlende Restehalter ist der Punkt, den man bei diesem Modell vorher kennen sollte. Am Ende eines Laibs oder eines Wurststücks, wenn nur noch ein kleiner Rest übrig ist, muss dieser ohne Halter von Hand nachgeschoben werden, was näher an das Messer heranführt als mit einem separaten Halter. Wer diesen Restposten häufig schneidet, sollte das Fehlen des Halters vor dem Kauf einplanen und beim Schneiden entsprechend vorsichtig arbeiten, etwa indem der letzte Rest von vornherein etwas größer belassen wird, statt ihn bis auf ein winziges Stück herunterzuschneiden.
Passt er zu deiner Küche?
Ein Standgerät wie der S52200 ist etwas anderes als ein einfacher Kunststoff-Allesschneider für die gelegentliche Scheibe Brot. Entscheidend ist, wie oft und in welchen Mengen tatsächlich geschnitten wird.
Ja, wenn
- regelmäßig Aufschnitt, Brot oder Braten in unterschiedlichen Stärken geschnitten wird
- ein fester Platz für ein Standgerät vorhanden ist
- Kinder in der Küche mithelfen und eine zusätzliche Sicherung wichtig ist
- größere Mengen auf einmal geschnitten werden sollen
Nein, wenn
- nur sehr gelegentlich einzelne Scheiben geschnitten werden
- wenig Stauraum für ein 7,1 Kilogramm schweres Gerät vorhanden ist
- ein eigener Restehalter fest eingeplant ist
- überwiegend sehr weiche, breiige Lebensmittel geschnitten werden sollen
Für Haushalte, die regelmäßig Aufschnitt oder Brot in unterschiedlichen Stärken schneiden, ist der S52200 eine solide Wahl mit stabilem Standfuß. Wer nur ab und zu eine einzelne Scheibe braucht, wird das Gewicht und die Größe der Maschine eher als überdimensioniert empfinden und ist mit einem kompakteren Modell besser bedient, das sich leichter im Schrank verstauen lässt.
Wer noch unsicher ist, ob sich ein Standgerät gegenüber einem einfachen Handschneider lohnt, sollte bedenken, dass die Zeitersparnis bei einem Standgerät vor allem bei größeren Mengen auffällt. Wer nur gelegentlich eine einzelne Scheibe schneidet, spart mit einem Standgerät kaum Zeit gegenüber einem Messer, profitiert aber von der gleichmäßigeren Schnittstärke, was optisch und beim Belegen von Broten einen Unterschied macht.
Reinigung: Messer, Schlitten und Tablett nach dem Schneiden
Nach dem Schneiden sollte das Messer gründlich von Fett- und Saftresten befreit werden, da diese sonst antrocknen und die Reinigung beim nächsten Mal erschweren. Die Edelstahlauflage des Schlittens lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen, das mitgelieferte Edelstahltablett kann je nach Ausführung von Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden. Wichtig ist dabei wie bei jedem Allesschneider mit freiliegendem Messer, dass beim Reinigen mit erhöhter Vorsicht gearbeitet wird, da die Schneide auch im ausgeschalteten Zustand scharf bleibt.
Welche Schnittstärke für welches Lebensmittel sinnvoll ist
Für hauchdünne Scheiben, wie sie bei Rohschinken oder Räucherlachs üblich sind, wird die Einstellung nahe null Millimeter gewählt. Für gekochten Schinken oder Salami liegt der übliche Bereich meist im unteren bis mittleren Drittel der Skala. Für Brot und Braten wird die Einstellung deutlich weiter aufgedreht, oft im oberen Bereich der 30-Millimeter-Spanne, damit die Scheiben stabil genug bleiben, um sie ohne zu zerbrechen zu belegen oder zu servieren. Wer regelmäßig zwischen diesen Lebensmitteln wechselt, profitiert davon, dass die Schnittstärke am S52200 die gesamte Spanne von 0 bis 30 Millimetern abdeckt und sich damit an jedes dieser Lebensmittel anpassen lässt, ohne zu einem zweiten Gerät greifen zu müssen.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn ein glattes statt gewelltes Messer gefragt ist: Graef Master M95
Der Master M95 ist ebenfalls um 30 Grad kippbar und in Deutschland gefertigt, arbeitet aber mit einem glatten statt einem gewellten Messer. Für alle, die vor allem weiche Lebensmittel wie Aufschnitt sauber schneiden wollen und auf die Wellenschliff-Eigenschaften verzichten können, liefert das glatte Messer bei solchen Lebensmitteln oft die etwas sauberere Schnittkante.
Wenn die Grundausstattung reicht: Graef Classic C95
Der Classic C95 bietet ebenfalls die 30-Grad-Kippfunktion und Vollmetallbauweise, ist Made in Germany und richtet sich an alle, die eine solide Grundausstattung ohne die Zusatzfunktionen der größeren Modelle suchen. Er ist die schlichtere Variante mit Kippfunktion und eignet sich für Haushalte, die vor allem auf Stabilität und Fertigungsqualität Wert legen.
Wenn ein Einstiegsmodell reicht: Graef G52
Der G52 ist die deutlich einfachere Einstiegsvariante mit Edelstahl-Wellenschliffmesser, ebenfalls Made in Germany gefertigt. Für alle, die einen Allesschneider für den gelegentlichen Gebrauch suchen, ohne alle Ausstattungsmerkmale des S52200 wie Kippfunktion mit Tablett oder doppelte Kindersicherung zu benötigen, ist der G52 ein einfacherer Einstieg in die Reihe.
Wer noch überlegt, ob ein Standgerät mit Vollmetallbauweise die richtige Wahl ist, sollte sich vor allem fragen, wie oft tatsächlich geschnitten wird und in welchen Mengen. Für den Feierabend mit gelegentlichem Aufschnitt reicht oft ein einfacheres Modell, für den regelmäßigen Familienbedarf mit wechselnden Lebensmitteln zeigt der S52200 seine Stärken deutlicher.
